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Weltlesebhne

Kempen | 7. Oktober 2020 | 19.30 Uhr
Französische Literatur in Kanada: Drei Romane aus Québec
Ein Abend mit den Literaturübersetzer·innen Sonja Finck und Frank Heibert
Ort: Kulturforum Franziskanerkloster, Burgstr. 19, 47906 Kempen
Eintritt 7 Euro (in bar, Abendkasse)

"Totalbeton": In einer fernen Zukunft wohnt "das Kind" mit seinen Eltern auf engstem Raum in der 5969. Etage. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter, nein: in diesem Beton? Karoline Georges (*1970) verbindet Science-Fiction und Existenzphilosophie zu einer verstörenden Dystopie. Übersetzt von Frank Heibert, erschienen im Secession Verlag.
"Sam ist weg" von Sophie Bienvenu (*1980): Mathieu, der in Montréal auf der Straße lebt, hat seinen Hund Sam verloren. Und dies ist nicht sein erster schwerer Verlust. Ein Roman über das, was uns zusammenhält. Übersetzt von Sonja Finck (mit Frank Weigand), erschienen bei Claassen.
"Stories aus Kitchike": Der große Absturz des indigenen Autors Louis-Karl Picard-Sioui (*1976) spielt in einem fiktiven Reservat im heutigen Québec. Ein überraschender Kleinstadtroman voll von frechem Witz, magischem Realismus und politischer Wut. Übersetzt von Sonja Finck und Frank Heibert (Secession Verlag).

Drei ganz unterschiedliche Romane aus der reichhaltigen Literaturlandschaft Québecs, die Sonja Finck und Frank Heibert übersetzt haben und in Lesung und Gespräch vorstellen werden. Welchen Ton schlagen die Autor·innen jeweils an, welche politischen Haltungen stehen hinter den Büchern und wie bringen wir Soziolektales und Dialektales ins Deutsche?

Sonja Finck, geb. 1978, lebt in Berlin und Gatineau, Kanada, und übersetzt seit 2003 Romane und Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen, darunter das Werk von Annie Ernaux und Jocelyne Saucier. Für ihre Arbeit wurde sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Frank Heibert, geb. 1960, lebt als mehrfach preisgekrönter Literatur- und Theaterübersetzer in Berlin. Seit 1983 übersetzte er, vor allem aus dem Englischen und Französischen, über 100 Bücher zahlreicher Autor·innen, darunter Werke von Don DeLillo, Richard Ford, George Saunders, William Faulkner, George Orwell, Boris Vian, Raymond Queneau, Marie Darrieussecq, Yasmina Reza.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit der VHS Viersen und der Botschaft von Kanada. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e.V.

Lübeck | 28. September 2020 | 19 Uhr
"Von dieser Welt"
Ein James-Baldwin-Abend mit der Übersetzerin Miriam Mandelkow
Gespräch und Moderation: Karen Nölle
Ort: St. Petri zu Lübeck, Königstraße 104, 23552 Lübeck
Eintritt: 15/10 Euro, Tickets nur über www.luebeck-ticket.de, keine Abendkasse.

Die Hamburger Übersetzerin Miriam Mandelkow wurde in diesem Jahr für ihre Übersetzung von James Baldwins Roman "Von dieser Welt" mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis ausgezeichnet. Der Preis würdigt gleichermaßen ihre weiteren Neu-Übertragungen der Werke von James Baldwin, wie "Giovannis Zimmer", "Beale Street Blues" und "Nach der Flut das Feuer". "Von dieser Welt" erzählt die Familiengeschichte eines schwarzen Jungen im Harlem der Nachkriegszeit: John sucht seinen Platz in der Welt, deren Grenzen ihm einerseits Rassentrennung, andererseits die Gottesfurcht seines tyrannischen Vaters setzen. Baldwins einzigartigen Sound zwischen Bibel und Slang hat Miriam Mandelkow mit sicherem Rhythmischen und stilistischem Gespür in unsere Gegenwart transportiert, ohne den Text unangemessen zu aktualisieren. Ein Abend, bei dem der preisgekrönte Roman eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle spielt! Es begrüßt Antje Peters-Hirt.

In Zusammenarbeit mit St. Petri zu Lübeck (zusätzlich unterstützt durch die Kurt-Werner und Anneliese Mellingen Stiftung, Lübeck). Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.

 

Bremen | 30. September 2020 | 19 Uhr
Der Gläserne Übersetzer – Suleman Taufiq übersetzt arabische Lyrik live
Einführung: Ruth Hartmann, Zentralbibliothek Bremen
Ort: Wall-Saal der Zentralbibliothek Bremen, Am Wall 201, 28195 Bremen
Eintritt: frei (Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen nur mit Anmeldung per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon unter 0421 / 361-33031)

Der deutsch-syrische Schriftsteller Suleman Taufiq übersetzt live Lyrik aus dem Arabischen ins Deutsche. Aus Anlass des Internationalen Übersetzertages findet in der Stadtbibliothek Bremen zum zweiten Mal die Veranstaltung "Der Gläserne Übersetzer" statt, diesmal wird live vor Publikum aus dem Gedichtband "Kurz vor dreißig… küss mich" der kurdisch/syrischen Lyrikerin Widad Nabi übersetzt. Wo liegen die Herausforderungen in einer Lyrik-Übersetzung? Wo gibt es sprachliche Stolpersteine? Und wie spielen kulturelle Besonderheiten in den Übersetzungsprozess mit hinein?

Suleman Taufik, geboren in Damaskus, ist deutsch-syrischer Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber arabischer Literatur. Seit 1986 lebt er als freier Schriftsteller und Publizist in Aachen und veröffentlichte 1978 seinen ersten Gedichtband auf deutsch. Er beschäftigt er sich mit der deutschsprachigen Literatur von Ausländern in Deutschland und hat dazu mehrere Bücher herausgegeben.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bremen und dem Sujet-Verlag. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.

 

Kevelaer | 2. Oktober 2020 | 19 Uhr
Sprechende Tiere in Wort und Bild - über das Übersetzen von illustrierter Kinder- und Jugendliteratur
Ein Gespräch mit der dänischen Übersetzerin Vibeke Arildsen
Moderation: Barbara Engelmann
Ort: Galerie Wort. Werk, Busmannstr. 28, 47623 Kevelaer
Eintritt: frei, nur geladene Gäste

Immer wieder kommen in den Büchern, die Vibeke übersetzt, sprechende Tiere vor. Aktuell ist das Erich Kästners "Konferenz der Tiere", aber sie hat z.B. auch bereits mehrere Titel der erfolgreichen Reihe "Die Schule der magischen Tiere" von Margit Auer ins Dänische übertragen. Wenn Tiere sprechen, bekommen sie unsere Sprache und Worte in den Schnabel oder ins Maul gelegt – und sie stehen für bestimmte Wesenszüge, die wir bei Menschen kennen. D.h. schon in der Figurenzeichnung durch den Autor hat es eine Art Übersetzung gegeben. Zudem wird in diesen Büchern die Zeichnung anhand von Worten noch durch Illustration ergänzt. Wie lässt sich so etwas übersetzen? Kann man es überhaupt adäquat übersetzen? Um diese Fragen und die speziellen Herausforderungen geht es in diesem Gespräch und es werden Textbeispiele gelesen und entsprechende Bilder gezeigt.

Vibeke Bruun Arildsen studierte Nordistik und Theaterwissenschaften in Kopenhagen. Sie schreibt Jugendromane und übersetzt Kinder- und Jugendliteratur aus dem Deutschen und Schwedischen. Ihr aktuelles Übersetzungsprojekt ist "Die Konferenz der Tiere" von Erich Kästner. Ihre Arbeit wird regelmäßig mit Reise- und Arbeitsstipendien gefördert. So war sie u.a Gast im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop und im Europäischen Übersetzerkollegium, Straelen. Vibeke Arildsen lebt in Kopenhagen.

Barbara Engelmann, geb. in Leipzig, studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, sowie Anglistik und Niederlandistik in Köln, ist Dramaturgin, Autorin, Übersetzerin und Kulturvermittlerin. Sie schreibt für Theater und Rundfunk, adaptiert und übersetzt Texte für Rundfunk und Bühne und inszeniert freie Theaterproduktionen in Deutschland und Italien. Sie leitet berufspraktische Seminare für den Masterstudiengang "Literaturübersetzen" der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf und erhielt mehrfach ein Arbeitsstipendium am Europäischen Übersetzerkollegium, Straelen. Barbara Engelmann lebt in Hilden (Rheinland) und Asciano (Toskana).

Julian Simon Pache, geboren am 21.12.1991 in Langenfeld (Rheinland), lebt und arbeitet als professioneller Fotokünstler und Filmschaffender in Köln. Er ist seit 2017 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und erhielt im November 2019 sein Diplom in medialer Kunst an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

In Zusammenarbeit mit Galerie wort.werk, Eva Zacharias, Kevelaer. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.

Weimar | 30. September 2020 | 20 Uhr
Der Die Was
Die Übersetzer Mirko Kraetsch und Henning Bochert sprechen über (auch sprachspezifische) Herausforderungen beim Thema Gender und Geschlechter-Stereotype anhand von Passagen aus zwei Theaterstücken
Ort: Galerie ACC Weimar e. V., Burgplatz 1+2, 99423 Weimar
Eintritt: 8/6 Euro

In Eve Leighs brandneuem Theatertext MIDNIGHT MOVIE (übersetzt aus dem Englischen von Henning Bochert) begleiten wir die Erzählstimme auf ihrem digitalen Gruseltrip durch die Nacht - ein poetischer Theatertext anstelle eines Alptraums. In Jaroslav Rudiš’ Stück BÖHMISCHES PARADIES (übersetzt aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch) unterhalten sich 16 unbekleidete Männer in einer Sauna in der nordböhmischen Provinz darüber, was sie so umtreibt. Während der Lesung kommen die Übersetzer ins Gespräch über die Herausforderungen der grammatischen Geschlechter in unterschiedlichen Sprachen und der gendergerechten Sprache. Wie soll das Genus in der deutschen Übersetzung abgebildet werden, wenn es im Original gar nicht ersichtlich ist? Oder wie lässt es sich vermeiden? Wie geht man etwa mit Stammtischparolen und Klischees traditioneller Geschlechterbilder um? Welche Spielräume sind beim Übersetzen bei aller "Texttreue" möglich?

Henning Bochert, geboren in Wuppertal, Schauspieldiplom an der Universität der Künste Berlin, arbeitet als Autor, Dramaturg und staatlich geprüfter Übersetzer für Englisch in Berlin. Er betreibt eine Übersetzungsagentur und engagiert sich u. a. bei Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V.

Mirko Kraetsch, geboren in Dresden, hat in Berlin und Prag Bohemistik und Kulturwissenschaft studiert. Er ist Übersetzer aus dem Tschechischen und Slowakischen, Autor, Moderator, Kulturvermittler, Stadtbilderklärer und anderes mehr.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit ACC Weimar e. V. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.

 

 

Beeskow | 30. September 2020 | 19 Uhr
Die Bibel und drei große Übersetzer
Der Übersetzer Josef Winiger über das Buch der Bücher und seine Wege in verschiedene Sprachen
Moderation: Martina Kempter
Ort: St.-Marienkirche Beeskow, Kirchplatz 1, 15848 Beeskow
Eintritt frei
Öffentlich Anreisende buchen bitte wegen Gleisbauarbeiten in Beeskow ihre Rückfahrt ab Fürstenwalde, dorthin bringt sie ein Bus um 22 Uhr ab Kirchplatz Beeskow (RE 1 ab Fürstenwalde 22:57, an Berlin HBF 23:43).

Die Schöpfer der drei berühmtesten Bibel-Übersetzungen waren vom weithin unbekannten "furor interpretandi" – der Übersetzungswut – befallen: Beim namenlosen Urheber der ersten Bücher der griechischen "Septuaginta" gibt es dafür deutliche Indizien, bei Hieronymus und bei Luther ist es offenkundig. Alle drei haben die Bibel nicht nur ohne Auftrag übersetzt, sie haben es sogar gegen herrschende Strömungen und gesellschaftliche Widerstände getan. Ihr ebenso bemerkenswertes wie folgenreiches Abenteuer ist von allerlei Legenden umwoben. Josef Winiger wird erzählen, was es mit dem "Furor" bei den Dreien tatsächlich auf sich hatte und wie sich das Ergebnis ausgewirkt hat. Anschließend spricht Martina Kempter mit ihm und dem Publikum.

Josef Winiger studierte in Paris, Aix-en-Provence und München. Seit 1980 übersetzt er Belletristik und Sachbuch aus dem Französischen. Der promovierte Philosoph ist auch Autor, u.a. einer Feuerbach-Biographie und diverser Arbeiten zur Geschichte der Literaturübersetzung. Er wurde mehrfach ausgezeichnet.

Martina Kempter studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte in Freiburg i. Br. und Bologna und übersetzt seit 30 Jahren aus dem Italienischen. Sie war wissenschaftliche Redakteurin und übersetzte u.a. Carlo Ginzburg, Alberto Savinio. Martina Kempter ist Gründungsmitglied der Weltlesebühne.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit der St. Marienkirche in Beeskow. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.
Informationen der St. Marienkirche: hier klicken

 


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