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Weltlesebhne

Münster | 3. Dezember 2019 | 19 Uhr
Abgehängt in Ost und West
Zwei Neuerscheinungen aus Tschechien und den Niederlanden
Ort: Bibliothek im Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7, 48143 Münster
Eintritt 5 Euro, Studierende 2,50 Euro

Die beiden Romane "Ein empfindsamer Mensch" des Tschechen Jáchym Topol und "Santa Rita" des Niederländers Tommy Wieringa überschneiden sich auf eine interessante Weise - in beiden geht es um Menschen, die durch die Politik und die geographische Lage an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Wieringas Held Paul Krüzen lebt an der niederländisch-deutschen Grenze und betreibt einen Internethandel mit Militärdevotionalien, sein Leben spielt sich vorwiegend zwischen Kneipe und Bordell ab. Die Helden von Topols groteskem Roman leben zwar nur wenige Kilometer von Prag entfernt, dennoch ist ihre Welt (Schrottplatz, Bordell, Kohlenschiff, Kneipe) genauso eigen und eng wie die der niederländischen Figuren. Diese besondere Welt, die "abgehängten" Menschen, über die beide Autoren schreiben, wirken sich auch sprachlich und stilistisch aus. Die beiden Übersetzerinnen berichten über ihre Vorgehensweise beim Übersetzen und lesen vor.

Bettina Bach (geb. 1965 in Heilbronn) wuchs zweisprachig in Deutschland und Frankreich auf, später lebte sie lange Zeit in Amsterdam. Seit 2002 übersetzt sie aus dem Niederländischen und Französischen. 2014 wurde sie für die Übersetzung von Arjan Vissers „Der blaue Vogel kehrt zurück“ mit dem Else-Otten-Preis ausgezeichnet, 2019 für die Übersetzung von Hugo Horiots "Der König bin ich" mit dem Euregio-Schüler-Literaturpreis.

Eva Profousová (geb. 1963 in Prag) verließ 1983 die Tschechoslowakei. Seit etwa zwanzig Jahren übersetzt sie zeitgenössische tschechische Literatur ins Deutsche (u.a. Jáchym Topol, Jaroslav Rudiš, Kateřina Tučková). Für die Übertragung von Radka Denemarkovás "Ein herrlicher Flecken Erde" gemeinsam mit der Autorin mit dem 1. Usedomer Literaturpreis (2011) und dem Georg Dehio-Buchpreis (2012) ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Niederländische Philologie. Gefördert vom niederländischen Letterenfonds und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Marburg | 30. September 2019 | 20 – 21.30 Uhr
"Eisrot"
Ein Abend mit dem dänischen Krimi-Autor Mads Peder Nordbo und der Übersetzerin Marieke Heimburger
Ort: Landratsamt, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg
Eintritt frei

Marieke Heimburger studierte in Düsseldorf „Literaturübersetzen“ für Englisch und Spanisch. Seit 1998 hat sie rund 40 Romane aus dem Englischen übersetzt (u. a. von Stephenie Meyer, Rowan Coleman, Kiera Cass, Marie Benedict, Michael Donkor), seit 2010 rund 10 Titel aus dem Dänischen (u. a. von Jussi Adler-Olsen, Anna Grue, Mads Peder Nordbo). Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt mehrere Förderungen von der Dänischen Kulturbehörde. Marieke Heimburger ist Vorstandsmitglied des VdÜ und lebt nahe der deutsch-dänischen Grenze.

In Kooperation mit dem Krimifestival Marburg

Jena | 30. September 2019 | 19 – 21 Uhr
Wie weit ist es bis ins Deutsche?
Claudia Dathe - aus dem Ukrainischen: "Formsignal in die Zukunft. Texte ukrainischer Futuristen" und
Bettina Bach - aus dem Französischen: "Kaukasische Tage" von Banine
Ort: Schillers Gartenhaus, Schillergäßchen 2, 07745 Jena
Eintritt frei

Claudia Dathe ist literarische Übersetzerin aus dem Ukrainischen, Russischen und Polnischen. Zu den von ihr übersetzten Autor*innen gehören u.a. Serhij Zhadan, Andrej Kurkow, Yevgenia Belorusets und Halyna Kruk.

Bettina Bach wuchs zweisprachig Deutsch-Französisch auf und lebte lange Zeit in Amsterdam. Sie übersetzt seit 2005 literarische Texte aus dem Niederländischen und Französischen. 2014 wurde sie mit dem Else-Otten-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Greifswald | 30. September 2019 | 19.30 – 21.30 Uhr
Übersetzen: Einsames Geschäft oder Arbeit für Teamplayer?
Gespräch und Lesung mit Dirk Uwe Hansen (Alt- und Neugriechisch), Elena Palantza (Neugriechisch) und Berit Glanz (Isländisch und Norwegisch)
Ort: Koeppenhaus Greifswald, Literaturzentrum Vorpommern, Bahnhofstr. 4/5, 17489 Greifswald
Eintritt frei

Ein Abend zum Übersetzen aus "kleinen" Sprachen (isländisch, Neu- und Altgriechisch) allein oder im Team. Mit den gläsernen Übersetzer*innen Berit Glanz, Dirk Uwe Hansen und Elena Pallantza
Workshop / Gespräch mit anschließender Lesung

In Zusammenarbeit mit dem Koeppenhaus Greifswald

Bremen | 26. September 2019 | 18 – 19.30 Uhr
Mangas übersetzen
Hirofumi Yamada - aus dem Japanischen: "Der Onkel und die Katze"
Ort: Stadtbibliothek Bremen, Am Wall 201, 28195 Bremen
Eintritt frei

Hirofumi Yamada, geboren in Nara (Japan), ist Übersetzer, Dolmetscher und Koordinator. Er arbeitet insbesondere im Manga- und Gamessektor für Verlage wie Carlsen, TOKYOPOP oder Altraverse und hat bereits Werke wie "The Legend of Zelda", "Lady Oscar" oder die "How To Draw Manga"-Reihe aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt. Zudem ist er Organisator verschiedener Veranstaltungen im Pop-Culture-Bereich, wie beispielsweise der MAG Erfurt, einer Convention zu den Themen Manga, Japan, Content Creator und Games.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bremen, mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes

 

 

Bocholt | 2. Oktober 2019 | 20 – 22 Uhr
Muttersprache und Sprachheimat
Der ungarisch-deutsche Übersetzer und Schriftsteller Akos Doma.
Moderation: Barbara Engelmann
Ort: Herdings SkyLounge, Industriestr. 5, 46395 Bocholt
Eintitt: 5 / 2,50 Euro

Akos Doma, geb. 1963 in Budapest, lebt als Literaturübersetzer und Schriftsteller in Eichstätt /Bayern. Er übersetzte u.a. Werke von Sándor Márai, László F. Földényi, Péter Nádas sowie Béla Hamvas aus dem Ungarischen ins Deutsche. Für seine literarischen Arbeiten als Übersetzer und Schriftsteller wurde er vielfach mit Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Luise Adelgunde Victorie Gottsched Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2012. Er war Dresdner Stadtschreiber, bekam das Prager Literaturstipendium sowie Literaturstipendien des Freistaats Bayern und des Deutschen Studienzentrums in Venedig. Sein dritter Roman "Der Weg der Wünsche" stand 2016 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Im ersten Quartal 2018 war er Translator in Residence im EÜK, Straelen. 2019 ist er Stadtschreiber in Rheinsberg und arbeitet u.a. an seinem vierten Roman.

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen Bocholt 2019. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bocholt (Integrationsbüro)

 

Bocholt | 6. Februar 2019 | 20 Uhr
Für die Geige geschrieben - mit der Gitarre gespielt - aus der Werkstatt eines brasilianischen Übersetzers
Internationaler Leseabend mit Marcelo Backes
Moderation: Barbara Engelmann
Ort: Herdings Skylounge, Industriestraße 5, 46395 Bocholt
Eintritt: 5 Euro / ermäßigt 2,50 Euro

Wie klingt Karl Marx im brasilianischen Portugiesisch, wenn Marx die Übersetzung eines französischen Philosophen ins Deutsche ironisiert? Wie hört sich Ingo Schulze an, wenn er ins brasilianische Portugiesisch nicht nur übersetzt wird, sondern es auch möglich macht, dass sein Übersetzer als Erzähler und Figur des Romans in den Fußnoten interveniert? Hubert Fichte wiederum versuchte, die afrobrasilianischen Religionen in Deutschland zu vorzustellen und wurde dann sozusagen ins brasilianische Portugiesisch poetisch "zurückübersetzt" - was für große Überraschungen sorgte.
Marcelo Backes wird Ausschnitte aus seinen Übersetzungen dieser Autoren lesen und im Gespräch mit Barbara Engelmann (die den deutschen Originaltext zu diesen Passagen lesen wird) über seine Erfahrungen mit dem Übersetzen solch illustrer Autoren erzählen. Und "en passant" wird Marcelo Backes noch über den von ihm sehr geschätzten brasilianischen Schriftsteller Guimarães Rosa sowie sein eigenes Werk als Autor berichten, das wiederum viel mit dem Übersetzen zu tun hat. Auch der dritte Internationale Leseabend in Bocholt verspricht mit Sicherheit wieder erstaunliche Einblicke in die Werkstatt und die facettenreiche Arbeit eines literarischen Übersetzers.

Marcelo Backes lebt als Autor und Literaturübersetzer in Rio de Janeiro. Nachdem Masterstudium in Brasilien promovierte er in Freiburg. Neben seiner literarischen Tätigkeit unterrichtet er als Privatdozent in Rio de Janeiro sowie an zahlreichen Universitäten in Europa. Er erhielt mehrere Schriftsteller- und Übersetzerstipendien und war u.a. 2010 Translator in Residence im Europäischen Übersetzerkollegium, Straelen.

Barbara Engelmann arbeitet als Autorin, Dramaturgin und Übersetzerin. Sie bearbeitet literarische Vorlagen für Bühne und Hörfunk und übersetzt vor allem Theaterstücke, Lyrik und Fachtexte zu Literatur und Philosophie, schwerpunktmäßig aus dem Italienischen. Zudem ist sie auch mit praktischer Theaterarbeit aktiv – sowohl hinter als auch auf der Bühne. Sie lebt im Rheinland und in Mittelitalien.

Ein Gesprächs- und Leseabend des Integrationsrats der Stadt Bocholt in Kooperation mit der Weltlesebühne e.V. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds

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