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Weltlesebhne

Berlin | 3. Juni 2012 | 17.00 + 19.00 + 21.00 Uhr
Übersetzertag im Rahmen des 13. poesiefestivals berlin
1.-9. Juni 2012

Ein Dreiklang aus Colloquium, Gespräch und Konzert

Ort: Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
Clubraum / Studio (Konzert)
Eintritt € 5/3 (Konzert: € 15/10)

17.00 - Colloquium: Living in translation

Mit Hartmut Fähndrich (Arabist, Bern) Hendrik Jackson (Autor, Berlin) Dörte Schmidt (Musikwissenschaftlerin, Berlin)
Moderation: Ilma Rakusa (Autorin, Übersetzerin, Zürich)

Übersetzungsvorgänge sind allgegenwärtig, sie sind Austausch und Aneignung. Doch wie nähern sich Dichter, Übersetzer und Musiker einem fremden Text? Was machen sie daraus? Folgen sie ihm treu? Verwandeln sie ihn sich an? Bringen sie ihre Bewunderung zum Ausdruck oder eher Spott und Kritik?

Der Lyriker Hendrik Jackson berichtet aus seiner Erfahrung mit den verschiedensten freien Arten von Übersetzung, von der "Nachdichtung" über die inspirierte Neudichtung bis hin zum nachahmenden Pastiche. Hartmut Fähndrich, Arabist, spannt einen Bogen über 13 Jahrhunderte fruchtbaren Austauschs zwischen der arabischen und europäischen Welt, die Stationen: die Übersetzungen aus dem Griechischen ins Arabische im Bagdad des 8.-10. Jhs., die Übersetzerschulen Toledos mit ihren Übertragungen aus dem Arabischen ins Lateinische im 12.-13. Jh., die französische Übersetzung von „Tausendundeiner Nacht" im 18. Jh. und schließlich der Kultur- und Wissensaustausch der letzten zweihundert Jahre. Die Musikwissenschaftlerin Dörte Schmidt beschäftigt sich mit Cover-Versionen und zieht Verbindungslinien zur Übersetzung „heiliger Texte": kann es sein, dass das Covern eines Kult-Songs von Bob Dylan für manche Interpreten genau dies ist?

Hartmut Fähndrich (*1944) kennt, lehrt und übersetzt moderne arabische Literatur, bereist die arabischen Länder und bringt die Früchte dieser Reisen u.a. als Herausgeber ein.
Hendrik Jackson (*1971) übersetzte Marina Zwetajewa und Alexej Parschtschikow, hier wie auch in eigenen Texten geht er mit poetischen Mitteln der Übersetzbarkeit von Zeichenhaftem und (scheinbar) Nichtsprachlichem nach.
Dörte Schmidt
(*1964) lehrt an der Universität der Künste, sie forscht über Musiktheater, neue Musik und die musikalische Schriftkultur und interessiert sich für Übersetzung innerhalb und zwischen den Künsten.

Eine Veranstaltung von Literaturwerkstatt Berlin und Weltlesebühne e.V.
Mit freundlicher Unterstützung durch: Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung, Stiftung Preußische Seehandlung
Projektleitung: Gabriele Leupold


19.00 - Der Koran - auf deutsch

Mit Hartmut Bobzin (Islamwissenschaftler, Erlangen), Ahmad Milad Karimi (Islamwissenschaftler, Freiburg)
Moderation: Hartmut Fähndrich (Arabist und Übersetzer)

Nach dem 11. September 2001 war der Koran in allen westlichen Buchhandlungen ausverkauft, das Interesse am heiligen Text der Muslime, plötzlich ein Politikum, war groß. Doch was ist das für eine „mündliche Schrift", von deren Schönheit man immer hört? Lässt sie sich in fremde Sprachen übertragen? Auch wenn es schon oft versucht wurde - die Übersetzung des Korans stellt den Übersetzer nicht nur vor linguistische, sondern auch vor poetische, ästhetische, theologische und politische Herausforderungen. Die Islamwissenschaftler Hartmut Bobzin und Ahmad Milad Karimi haben diese Herausforderungen - und Verlockungen - mit jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen und Absichten angenommen und den Koran auf deutsch publiziert. Sie sprechen über Wege und Irrwege der Übersetzung, über das Zusammenspiel von wissenschaftlichem und künstlerischem Denken und diskutieren ihre Lösungsansätze. Ein Vergleich ausgewählter Textpassagen und Rezitation und Lesung auf Arabisch und Deutsch gehören dazu.

Hartmut Bobzin (*1946) studierte Evangelische Theologie, Religionswissenschaft, Indologie und Semitistik sowie Arabistik. Er lehrt Semitische Philologie und Islamwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und beschäftigt sich seit Jahren mit der Druck- und Auslegungsgeschichte des Korans in Europa.
Ahmad Milad Karimi
(*1979 in Kabul/Afghanistan) studierte Philosophie, Mathematik und Islamwissenschaft in Freiburg und Neu Delhi. Er verlegt Kinderbücher und Bücher zur islamischen Theologie und Religionspädagogik und promovierte über Heidegger und den deutschen Idealismus.

Eine Veranstaltung von Literaturwerkstatt Berlin und Weltlesebühne e.V.
Mit freundlicher Unterstützung durch: Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung, Stiftung Preußische Seehandlung
Projektleitung: Gabriele Leupold

21.00 - Konzert: Erdmöbel

Ort: Akademie der Künste, Studio
Hanseatenweg 10
Eintritt € 15/ 10

Beim poesiefestival berlin treten Erdmöbel, »die größte deutsche Band unserer Tage« (Süddeutsche Zeitung), mit einem Konzert auf, das es so schnell nicht wieder geben wird: Sie spielen ausgewählte Coverversionen von den 60ern bis heute sowie ihre eigenen besten Songs. Erdmöbel dichten u.a. die Lyrics von Top-Ten-Hits wie »A Whiter Shade of Pale« oder »Smells Like Teen Spirit« nach, übersetzen sie in ihren Kosmos und beweisen, dass Covern eine ganz eigene Kunstform ist.

Nicht nur die Texte werden oft wunderbar albern ins Deutsche gebracht, auch die Arrangements vieler Stücke bürstet die Band gegen den Strich, befreit sie von aller Charts-Glätte. Sie schimmern in einem kühlen, ironischen, liebevollen Licht. Man kann um so besser zu ihnen tanzen.

Erdmöbel gelten seit Jahren als eine der literarischsten Bands Deutschlands. Selten sind die Kritiker mit ihrem Lob einhelliger: Die taz bezeichnet ihre Musik als »Pop für denkende Menschen«, die FAZ ihre letzte Platte als Meisterwerk. Sänger und Texter Markus Berges veröffentlichte außerdem den Roman »Ein langer Brief an September Nowak« (Rowohlt Berlin, 2010), der in den Feuilletons ebenfalls überschwänglich gelobt wurde.

Zum Abschluss dieses Thementags, der das Übersetzen als poetischen Akt präsentiert, wird der Horizont geöffnet auf ein außerliterarisches Feld: Auch Songs zu covern ist eine Form der Über-Tragung, des Transfers der einen Sprache in eine neue.

Projektleitung: Alexander Gumz und Gabriele Leupold

Vorverkauf in der Akademie der Künste
Tel 030. 200 57-1000/-2000
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten
Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte
Täglich 10:00 - 19:00
www.adk.de
oder bei Hekticket und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

für die 21:00 Uhr-Vorstellungen
Tel 030. 230 99 30
www.hekticket.de
Vorverkauf für das Konzert Erdmöbel
auch bei KOKA36
Mo-Fr: 9:00-19.00, Sa: 10:00-16:00
Tel: 030. 611 013 13
www.koka36.de

Das 13. poesiefestival berlin findet statt vom 1. - 9. Juni 2012. Das vollständige Programm finden Sie unter www.poesiefestival.org
Das poesiefestival berlin ist ein Projekt der Literaturwerkstatt Berlin in Kooperation mit der Akademie der Künste. Es wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 


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