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Weltlesebhne

Leipzig | 23. März 2019 | 11 - 12 Uhr
Einmal Deutsch und zurück! Wie übersetze ich in eine Sprache, die nicht die "meine" ist?
Der Übersetzer und Autor Jan Faktor und die Übersetzerin Eva Profousová über das Schreiben abseits ihrer Muttersprache
Moderation: Dorota Stroińska
Ort: Leipziger Buchmesse, Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Lange Zeit galt beim Übersetzen die Faustregel, nur in die Muttersprache zu übersetzen. Inzwischen gibt es nicht nur viele Autoren, die auf deutsch schreiben, obwohl das Deutsche nicht ihre Muttersprache ist, sondern auch eine Reihe von Übersetzern, die Literatur aus ihrer Muttersprache übertragen und nicht umgekehrt. Wie geht man vor, wenn die Sprache, in der man schreibt, erst gezähmt werden muß? Zu welchen Methoden greift man, gibt es Hilfsmittel? Und entstehen auf diesem Weg neue Spielräume im Deutschen, die auch Übersetzer ins "eigene" Deutsch entdecken und nutzen können?

Jan Faktor (geb. 1951 in Prag) zog 1978 nach Ostberlin. Fernstudium Datenverarbeitung. Arbeit als Kindergärtner und Schlosser. Experimenteller Dichter, Schriftsteller (Alfred-Döblin-Preis 2005, Candide Preis 2010, Italo-Svevo-Preis 2018, sein Roman "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag" wurde 2010 für den Leipziger Buchpreis und den Deutschen Buchpreis nominiert), gemeinsam mit seiner Frau Annette Simon hat er Gedichte von Ivan Blatný ins Deutsche übertragen.

Eva Profousová (geb. 1963 in Prag) verließ 1983 die Tschechoslowakei. Sie hat in Hamburg und Glasgow Slawistik und Osteuropäische Geschichte studiert und übersetzt seit etwa zwanzig Jahren zeitgenössische tschechische Literatur ins Deutsche (u.a. Jáchym Topol, Jaroslav Rudiš, Kateřina Tučková). Für die Übertragung von Radka Denemarkovás "Ein herrlicher Flecken Erde" gemeinsam mit der Autorin mit dem 1. Usedomer Literaturpreis (2011) und dem Georg Dehio-Buchpreis (2012) ausgezeichnet.

Dorota Stroińska (geb. 1965 in Poznań, Polen) lebt seit 1986 in Berlin. Sie studierte Germanistik und Slawistik in Poznań, Berlin und New York. Seit 1994 arbeitet sie als Literaturübersetzerin aus dem Deutschen ins Polnische (u.a. Karl Jaspers, Rüdiger Safranski, Lutz Seiler, Christian Kracht, Sibylle Lewitscharoff, Ilse Aichinger). Ausgezeichnet mit dem Übersetzerpreis des polnischen Übersetzerverbandes (1998). Nominiert für den Mitteleuropäischen Literaturpreis ANGELUS (2018).

 Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Übersetzerzentrum und dem VdÜ. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.