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Weltlesebühne

Köln | 18. September 2021 | 17 Uhr
Querbeet durch die Genres - Übersetzer*innen packen aus
Eine Veranstaltung zur 2. Kölner Literaturnacht
Ort: HINTERHOFSALON - Der Kultursalon, Aachener Str. 68, 50674 Köln
Eintritt: 10,40 € pro Session

In Köln leben und arbeiten zahlreiche Literatur-Übersetzer*innen. Sie sind es, die Leserinnen und Lesern die Kulturen der Welt näherbringen. Ohne Übersetzer*innen keine Weltliteratur! Üblicherweise arbeiten wir Übersetzer*innen allein im stillen Kämmerlein, doch auch dieses Mal wollen wir die Kölner Literaturnacht wieder nutzen, um uns und unsere Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen: Wir Kölner Übersetzer*innen packen aus. Wie meistern wir Fallstricke und Herausforderungen? Müssen wir Sprachspiele und Redewendungen wörtlich nehmen, dürfen wir Endlossätze kürzen, und was sind eigentlich falsche Freunde? Wir erzählen über ferne Länder, unbekannte Welten, faszinierende Kulturen, fremde Sprachen und schwierige Recherchen. Und wir lesen natürlich aus unseren Übersetzungen und stellen Texte unterschiedlicher Genres vor: Lyrik, Nature Writing, Fantasy und Science-Fiction.

17:00 Uhr LYRIK
Gundula Schiffer & Heike Patzschke: Über Rhythmen, Resonanzen, Reime und Haikus.
Gundula Schiffer und Heike Patzschke stellen Formen und Besonderheiten hebräischer und japanischer Lyrik vor, u.a. aus "Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland", hg. u. aus dem Hebr. übers. von Gundula Schiffer u. Adrian Kasnitz. parasitenpresse 2019

18:30 Uhr NATUR ERZÄHLEN
Christine Ammann & Christine Battermann
Helen Scales: "Im Auge des Schwarms. Über Fische, das Meer und das Leben", aus dem Englischen von Christine Ammann. Folio, Bozen und Wien 2020
Ismail Fahd Ismail: "Die alte Frau und der Fluss", aus dem Arabischen von Christine Battermann. Schiler & Mücke 2019

20:00 Uhr SCIENCE-FICTION / FANTASY
Peter Klöss & Larissa Bender
Shelby Mahurin: "Game of Gold", aus dem Englischen von Peter Klöss. HarperCollins 2020
Basma Abdel Aziz: "Das Tor", aus dem Arabischen von Larissa Bender. Heyne Verlag 2020

21:30 Uhr ZEITREISEN
Sabine Müller & Achim Wurm
Iksaka Banu: "Alles für Hindia", aus dem Indonesischen von Sabine Müller. Ostasienverlag 2020
Giulio Guidorizzi: "Ich, Agamemnon, König der Achäer", aus dem Italienischen von Achim Wurm. Reclam 2018

Köln | 21. Januar 2021 | 19.30 Uhr
Weltbekannt, doch ungelesen? Biblisch-hebräische Poesie zwischen Kunst und Wahrheit
Mit Arnold Stadler und Ulf Stolterfoth
Moderation: Gundula Schiffer
Ort: Literaturhaus Köln virtuell. Link zur Veranstaltung: hier klicken.
Eintritt frei

Die Bibel ist das meist übersetzte Buch der Welt und eine der Grundurkunden der Kultur Europas wie des Orients. Und dennoch sind die großen Texte selbst vielen unbekannt. Zugleich werden Lektüre und Übersetzung gerade der biblisch-hebräischen Poesie durch die traditionsreiche Spannung von Kunst und Wahrheit erschwert. Als Schriftsteller und Übersetzer setzen sich Arnold Stadler und Ulf Stolterfoht in ihren Texten mit den Eigenarten biblischer Lyrik auseinander, schreiben sie im eigenen Werk fort und schaffen neue, originelle Wege für deutsche Übertragungen. Betrachtet man die Bibel einmal verstärkt aus literarischer Perspektive und weniger als historisches oder theologisches Dokument, entpuppt sie sich als ideales Feld, um poetologische, ethische und philosophische Fragen ganz konkret auszuloten: Wie gestaltet sich das Verhältnis von Ästhetik und Verständlichkeit? Von Literatur und Religion? Ist die Bibel "zu wahr, um schön zu sein"? Die Deutsche Bibelgesellschaft nämlich erklärt mit Blick auf die "Aufgabe der Bibelübersetzung": "Sie ist kein Werk der Kunst, sondern das Medium einer Botschaft, die alle Menschen angeht."

Arnold Stadler, geboren 1954, lebt in Berlin und Rast über Meßkirch. Er hat katholische Theologie und Literaturwissenschaft studiert und wurde unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Neben Hörspielen, Essays und Romanen wie "Sehnsucht. Versuch über das erste Mal" (DuMont 2002) und "Salvatore" (Fischer 2008) veröffentlichte er eine Auswahl von Psalmen unter dem Titel "Warum toben die Heiden" (Residenz Verlag 1995) und "Die Menschen lügen. Alle" (Insel 2005).

Ulf Stolterfoht, geboren 1963, lebt in Berlin. Als Lyriker und Übersetzer ist er Mitglied der Lyrikknappschaft Schöneberg, des Impro-Kollektivs DAS WEIBCHEN sowie der Berliner und der Darmstädter Akademie. Von 2015 bis 2020 betrieb er den Lyrikverlag Brueterich Press. Zuletzt veröffentlichte er "Methodenmann vs. Grubenzwang und mündelsichre Rübsal" (UV Winter 2019) und "fachsprachen XLVI‒LIV" (kookbooks 2020).

Gundula Schiffer, geboren 1980, lebt in Köln. Sie ist Dichterin und Übersetzerin, hat zur Poesie der Psalmen promoviert, schreibt Lyrik auf Deutsch und Hebräisch und überträgt sich selbst ins Deutsche. Zuletzt erschien u.a. die Anthologie "Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland" (parasitenpresse 2019, hg. u. übers. mit Adrian Kasnitz). Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Lyrikband "Hioba Hymore".

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Kooperation mit der Juniorprofessur Komparatistik der Universität zu Köln und dem Literaturhaus Köln.


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