Suche

Weltlesebhne

Hamburg | 19. November 2019 | 19.30 Uhr
EIN OZEAN, ZWEI MEERE, DREI KONTINENTE
Kolonialismus und Sklavenhandel im Spiegel der Literatur
Ort: Museumsschiff Cap San Diego, Liegeplatz Überseebrücke / 20459 Hamburg
Eintritt 9,50 Euro, erm. 4,50 Euro

In der Folge des Savoy-Sarr-Berichts hat die Diskussion um Kolonialismus und Raubkunst eine breitere Öffentlichkeit erreicht, auch in Hamburg, das sein koloniales Erbe erst seit jüngster Zeit aktiv aufarbeitet. Die Romane A Gloriosa Família (dt. Die ruhmreiche Familie) des angolanischen Autors Pepetela und Un océan, deux mers, trois continents (dt. Ein Ozean, zwei Meere, drei Kontinente) von Wilfried N’Sondé behandeln wenig bekannte Kapitel dieses Komplexes in Form spannender historischer Romane, was u.E. eine besonders vielversprechende Form der Vermittlung dieses komplexen Themas ist. Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir zunächst einen geschichtlichen Abriss geben, dann die Romane vorstellen und daraus lesen. Außerdem wollen wir uns in einer Podiumsdiskussion austauschen über die Rezeption und die Vermittlung von Literatur über Kolonialismus und Sklaverei in unseren jeweiligen Ländern.

Barbara Mesquita hat Romanische Philologie mit Schwerpunkt portugiesische und spanische Literaturwissenschaft sowie Politikwissenschaft und Journalistik studiert und ist vereidigte Dolmetscherin für Spanisch und Portugiesisch. Sie hat zahlreiche Bücher aus dem Portugiesischen und Spanischen übersetzt und ist eine erfahrene und engagierte Sprachmittlerin, insbesondere für die lusophonen Länder Afrikas wie Kap Verde und Angola, aber auch Brasilien und Portugal.

Brigitte Große hat Philosophie und Musikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Hamburg studiert und wurde als Übersetzerin (u. a. Éliette Abécassis, Jean Baudrillard, Frédéric Beigbeder, François Bégaudeau, Sorj Chalandon, Fatou Diome, Gaël Faye, Hélène Gestern, Georges-Arthur Goldschmidt, Jacqueline Harpman, Linda Lê, Amélie Nothomb, Thomas Reverdy, Wilfried N’Sondé, Eric-Emmanuel Schmitt, Kim Thúy, Émilie de Turckheim, Paul Valéry, Cécile Wajsbrot) vielfach ausgezeichnet (Übersetzerpreis der Stadt Hamburg 1990 und 2015, Hieronymusring 1999, österreichische Übersetzungsprämie 2015, mehrere Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2017).

Wilfried N’Sondé, (geb. 1968 in Brazzaville, Republik Kongo) ist ein französischer Schriftsteller und Musiker. Er studierte Politikwissenschaften an der Sorbonne und der Universität Paris-Nanterre bis 1991 und lebte danach 25 Jahre in Berlin. Er arbeitete in Charlottenburg in Sozialprojekten mit türkischen Jugendlichen. 2007 debütierte er mit dem Roman Le cœur des enfants léopards (dt. Das Herz der Leopardenkinder) und wurde mit dem Prix Senghor de la Création Littéraire und dem Prix des cinq continents de la francophonie ausgezeichnet, 2018 erhielt er den Prix Ahmadou-Kourouma.

Eine Kooperation von Hamburger Übersetzer*innen; (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.V. Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien und die Weltlesebühne e.V.