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Weltlesebhne

Hamburg | 27. November 2019 | 19.30 Uhr
Die Welt Dekodieren
Journalistisches Übersetzen zwischen globaler Öffentlichkeit und literarischer Gattung
Ort: Werkstatt 3. Werkstatt für Internationale Kultur und Politik Nernstweg 32 - 34, 22765 Hamburg
Eintritt frei

Was ist journalistisches Übersetzen? Stellt die Übertragung von politischen und publizistischen Texten eine eigene übersetzerische Herausforderung dar? Während die Bedeutung des Übersetzens für die Weltliteratur heute durchaus anerkannt ist, steht das journalistische Übersetzen noch im Schatten seiner Themen. Dabei ist es entscheidend für die Entstehung einer Sprachen und Länder übergreifenden Öffentlichkeit in Europa und weltweit. An diesem Abend stellen die Übersetzerinnen Friederike Meltendorf (übersetzt aus dem Russischen u.a. für das Medienportal dekoder) und Claudia Steinitz (übersetzt aus dem Französischen u.a. für Le Monde diplomatique) ihre Arbeit vor, lesen aus journalistischen Übersetzungen und diskutieren. Kann journalistisches Übersetzen zu einer europäischen / globalen Öffentlichkeit beitragen? Wie lassen sich politische Metaphern und Fachbegriffe in eine andere Sprache übertragen? Ist es schwierig, einen Twitter-Post zu übersetzen? Und wie fühlt es sich an, einen Text zu übersetzen, dessen politische Botschaft die Übersetzerin ablehnt? Im Rahmen der Veranstaltung wird das erste dekoder-Jahrbuch mit journalistischen O-Tönen und Übersetzungen aus dem Russischen vorgestellt (Matthes & Seitz, Berlin, 2019).

Friederike Meltendorf ist Diplom-Übersetzerin für Russisch und Englisch. Seit 2003 ist sie als Literaturübersetzerin tätig und hat u.a. Werke von Daniel Alarcón, Natasha Radojcic (aus dem Englischen), Andrej Iwanow und Alexander Ilitschewski (aus dem Russischen) übertragen. Für ihre Übersetzungen wurde sie vom Haus der Kulturen der Welt, dem Deutschen Übersetzerfonds, dem Berliner Senat, dem Freundeskreis für literarische Übersetzung und der Hamburger Kulturbehörde gefördert oder ausgezeichnet. Seit 2015 verantwortet sie die Übersetzungsredaktion von dekoder (Journalismus aus Russland in deutscher Übersetzung; Grimmepreisträger des Jahres 2016).

Claudia Steinitz hat Romanistik studiert und übersetzt seit 1989 Literatur aus Frankreich, der Schweiz und Haiti (unter anderem von Véronique Bizot, Véronique Olmi, Albertine Sarrazin, Olivier Sillig und Lyonel Trouillot; aktuell die Erfolgsautorin Virginie Despentes mit ihrer Trilogie Das Leben des Vernon Subutex). Sie übersetzt auch journalistische Texte u.a. für Le Monde Diplomatique. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Weltlesebühne e. V. engagiert sie sich für die öffentliche Wahrnehmung und Würdigung von Literaturübersetzerinnen und -übersetzern. Neben diversen Stipendien in Deutschland und der Schweiz erhielt sie 2013 den Euregio-Schüler-Literaturpreis und 2014 den Förderpreis der Stadt Hamburg.

Henrike Schmidt ist habilitierte Slavistin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Übersetzerin aus dem Russischen und Bulgarischen. Sie ist an akademischen Einrichtungen sowie selbstständig tätig. Ihr besonderes Interesse liegt im Bereich der literarischen Intermedialität (Bild und Klang, Rezitation und Performance, Literatur und digitale Kommunikation). Sie ist Mitherausgeberin der Online-Zeitschrift Digital Icons (digitalicons.org) und Mitgründerin von (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.v. 2017 erhielt sie gemeinsam mit Martin Savov den Förderpreis für Übersetzung der Stadt Hamburg.

Eine Kooperation von Hamburger Übersetzer*innen; (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.v., dekoder und Matthes-Seitz Verlag Berlin. Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien und die Weltlesebühne e.V.

Hamburg | 19. November 2019 | 19.30 Uhr
EIN OZEAN, ZWEI MEERE, DREI KONTINENTE
Kolonialismus und Sklavenhandel im Spiegel der Literatur
Ort: Museumsschiff Cap San Diego, Liegeplatz Überseebrücke / 20459 Hamburg
Eintritt 9,50 Euro, erm. 4,50 Euro

In der Folge des Savoy-Sarr-Berichts hat die Diskussion um Kolonialismus und Raubkunst eine breitere Öffentlichkeit erreicht, auch in Hamburg, das sein koloniales Erbe erst seit jüngster Zeit aktiv aufarbeitet. Die Romane A Gloriosa Família (dt. Die ruhmreiche Familie) des angolanischen Autors Pepetela und Un océan, deux mers, trois continents (dt. Ein Ozean, zwei Meere, drei Kontinente) von Wilfried N’Sondé behandeln wenig bekannte Kapitel dieses Komplexes in Form spannender historischer Romane, was u.E. eine besonders vielversprechende Form der Vermittlung dieses komplexen Themas ist. Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir zunächst einen geschichtlichen Abriss geben, dann die Romane vorstellen und daraus lesen. Außerdem wollen wir uns in einer Podiumsdiskussion austauschen über die Rezeption und die Vermittlung von Literatur über Kolonialismus und Sklaverei in unseren jeweiligen Ländern.

Barbara Mesquita hat Romanische Philologie mit Schwerpunkt portugiesische und spanische Literaturwissenschaft sowie Politikwissenschaft und Journalistik studiert und ist vereidigte Dolmetscherin für Spanisch und Portugiesisch. Sie hat zahlreiche Bücher aus dem Portugiesischen und Spanischen übersetzt und ist eine erfahrene und engagierte Sprachmittlerin, insbesondere für die lusophonen Länder Afrikas wie Kap Verde und Angola, aber auch Brasilien und Portugal.

Brigitte Große hat Philosophie und Musikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Hamburg studiert und wurde als Übersetzerin (u. a. Éliette Abécassis, Jean Baudrillard, Frédéric Beigbeder, François Bégaudeau, Sorj Chalandon, Fatou Diome, Gaël Faye, Hélène Gestern, Georges-Arthur Goldschmidt, Jacqueline Harpman, Linda Lê, Amélie Nothomb, Thomas Reverdy, Wilfried N’Sondé, Eric-Emmanuel Schmitt, Kim Thúy, Émilie de Turckheim, Paul Valéry, Cécile Wajsbrot) vielfach ausgezeichnet (Übersetzerpreis der Stadt Hamburg 1990 und 2015, Hieronymusring 1999, österreichische Übersetzungsprämie 2015, mehrere Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2017).

Wilfried N’Sondé, (geb. 1968 in Brazzaville, Republik Kongo) ist ein französischer Schriftsteller und Musiker. Er studierte Politikwissenschaften an der Sorbonne und der Universität Paris-Nanterre bis 1991 und lebte danach 25 Jahre in Berlin. Er arbeitete in Charlottenburg in Sozialprojekten mit türkischen Jugendlichen. 2007 debütierte er mit dem Roman Le cœur des enfants léopards (dt. Das Herz der Leopardenkinder) und wurde mit dem Prix Senghor de la Création Littéraire und dem Prix des cinq continents de la francophonie ausgezeichnet, 2018 erhielt er den Prix Ahmadou-Kourouma.

Eine Kooperation von Hamburger Übersetzer*innen; (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.V. Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien und die Weltlesebühne e.V.

Hamburg | 27. September 2019 | 19.30 – 21 Uhr
Neue norwegische Übersetzungen - vom Bilderbuch bis zum Klassiker
Präsentiert von Dörte Giebel, Gabriele Haefs und Christel Hildebrandt
Ort: Buchhandlung Jussi, Lehmweg 35, 20251 Hamburg
Eintritt frei

"Was macht eigentlich eine Übersetzerin?" Immer tauchen nach Lesungen Fragen zum Beruf der Übersetzerin auf, die häufig aus Zeitmangel oder anderer Themen nicht oder nicht ausreichend beantwortet werden können. An diesem Abend dreht es sich genau darum. Die Übersetzerinnen werden aus dem Nähkästchen plaudern, gern auf Fragen antworten und eigene Beispiele ihrer Arbeit präsentieren. Und da dieses Jahr Norwegen das Gastland auf der Buchmesse in Frankfurt ist, steht es bzw. stehen die norwegischen Neuerscheinungen auch hier im Mittelpunkt.

Gabriele Haefs studierte u.a. Skandinavistik, promovierte im Fach Volkskunde und übersetzt unter anderem aus dem Norwegischen, dem Dänischen und Schwedischen, dazu aus dem Englischen, Niederländischen und Irischen, sie hat also in vielen Facetten Einblick in das Metier. Für ihre Übersetzungen hat sie zahlreiche Preise erhalten, 2008 erhielt sie den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für das Gesamtwerk.

Christel Hildebrandt hat nie Skandinavistik studiert, dafür aber Literaturwissenschaft und Soziologie und hat über Frauenliteratur in der DDR promoviert. Sie übersetzt aus den skandinavischen Sprachen und hat nicht so viele Preise bekommen wie Gabriele, aber auch schon welche. Beide zusammen frönen einer brotlosen Leidenschaft: Sie geben gern Anthologien heraus und sind immer auf der Suche nach neuen Projekten.

Dörte Giebel „Wenn ich groß bin, werd ich Künstlerin…“ – das ist Dörtes Credo, seit sie eine kleine Göre war: Ein verhindertes Kunststudium, ein abgeschlossenes Germanistikstudium, ein Literaturpreis als Jugendliche und ihre Leidenschaft fürs Texten als Pressesprecherin und Social Media Managerin sprechen für sich. Dörte hat Christel und Gabriele bei der Skandinavischen Übersetzerwerkstadt in Rendsburg kennen gelernt, um ihren neuesten Traum vom Literaturübersetzen auszuleben. Jetzt hat sie das erste von ihr übersetzte Buch im Selbstverlag herausgegeben – mit norwegischen Märchen!

Gefördert von NORLA - Norwegian Literature Abroad