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Weltlesebhne

Berlin | 1. Oktober 2020 | 19 Uhr
"Apropos Casanova". Maskenspiel, munterer Assoziationskarneval und biographische Phantasien
Gespräch und Lesung mit Timea Tankó zur Neuerscheinung ihrer Übersetzung des ungarischen Romanciers und Essayisten Miklós Szentkuthy
Moderation: Eva Profousová
Ort: Collegium Hungaricum, Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin
Eintritt frei
Anmeldung coronabedingt vorher erbeten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Romancier und Essayist Miklós Szentkuthy (1908-1988), Wegbereiter der Avantgarde und trotz zeitweiligem Publikationsverbots bedeutender Vertreter der Moderne in Ungarn, blieb während des Sozialismus in der inneren Emigration eng mit der Weltliteratur verbunden und erschuf sein literarisches Werk aus dieser Verbindung heraus. Mit "Apropos Casanova" liegt nun der Auftakt seines umfangreichen Werkes auf Deutsch vor. Ob als barocker Liebesabenteurer oder Gelehrter: In dem phantastischen Memoirenwerk des venezianischen Verführers zeigt sich ein frivoler Freigeist, der eine ganze Epoche ausdeutet und mit vielen Stimmen spricht. Auch bei Szentkuthy wird das Schreiben zum Ort des Rollenspiels. Unter der Maske oder in den vielerlei Verkleidungen im Gewand historischer Gestalten stilisiert der Autor sich selbst. Stets mit der nötigen Portion Ironie und Humor betreibt Szentkuthy einen munteren Assoziationskarneval, sein Possenspiel mit der Sprache und der Geschichte.

Timea Tankó (geb. 1978 in Leipzig) verbrachte ihre Kindheit in Ungarn und Deutschland. Sie studierte in Leipzig Kulturwissenschaften und Übersetzung (Französisch, Spanisch). Seit 2003 übersetzt sie ungarische Literatur ins Deutsche, u. a. Antal Szerb, Krisztián Grecsó, Miklós Vajda, István Kemény und Andor Endre Gelléri. 2019 wurde sie für die Übersetzung des Romans "Löwenchor" von György Dragomán für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Eva Profousová (geb. 1963 in Prag) verließ 1983 die Tschechoslowakei. Seit etwa zwanzig Jahren übersetzt sie zeitgenössische tschechische Literatur ins Deutsche (u.a. Jáchym Topol, Jaroslav Rudiš, Kateřina Tučková). Für die Übertragung von Radka Denemarkovás »Ein herrlicher Flecken Erde« wurde sie gemeinsam mit der Autorin mit dem 1. Usedomer Literaturpreis (2011) und dem Georg Dehio-Buchpreis (2012) ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Collegium Hungaricum Berlin
Partner: Die Andere Bibliothek

 

Berlin | 30. September 2020 | 19 Uhr
Alles neu in Máchas Máj?
Der Übersetzer Ondřej Cikán und der Bohemist Alexander Woell sprechen über die Neuübersetzung des tschechischen Klassikers
Ort: Tschechisches Zentrum Berlin, Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin
Eintritt frei, coronabedingt ist die Platzkapazität begrenzt und eine vorherige Registrierung unter https://machas-maj.eventbrite.de nötig, ein Einlass nach Beginn der Veranstaltung ist nicht möglich.

"Es war spät Abend – erster Mai – abends der Mai war Liebeszeit." So beginnt Ondřej Cikán seine deutsche Übertragung von Karel Hynek Máchas Versepos "Máj", mit dem der tschechische Dichter der Romantik in seiner Heimat unsterblich geworden ist. In diesem Werk, das heute zum Kanon der tschechischen Literatur gehört, erzählt Mácha von dem Räuberhauptmann Vilém und seiner Geliebten Jarmila. Vilém hat seinen Nebenbuhler erschlagen, von dem er nicht wusste, dass dieser sein Vater ist. Vor der drohenden Hinrichtung verabschiedet er sich in beeindruckenden Bildern aus dem Leben.

Acht Jahre nach der Veröffentlichung des tschechischen Originals 1836 erschien die erste deutsche Übersetzung des jungen Medizinstudenten Siegfried Kapper, in der Folgezeit versuchten sich mehrere Übersetzer und Nachdichter an einer deutschen Fassung. Im März 2020 veröffentlichte der österreichisch-tschechische Dichter Ondřej Cikán in seinem Verlag Ketos eine aktuelle Übertragung, in der er die formalen Eigenheiten des "Máj" möglichst originalgetreu nachgestaltet. Im Gespräch mit Prof. Alexander Woell, der sich in Forschung und Lehre intensiv mit Mácha und seinem lyrischen Epos beschäftigt hat, erzählt er von seiner Übersetzungstätigkeit und liest aus der aktuellen Übertragung.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Tschechische Literaturzentrum Prag.

 

Berlin | 30. September 2020 | 20 Uhr
Kanada übersetzen
Die Literaturübersetzerin Sonja Finck über die Literaturlandschaft Québec und vierhändiges Übersetzen
Moderation: Claudia Hamm
Ort: ocelot. not just another bookstore, Brunnenstraße 181, 10119 Berlin
Eintritt: 5 Euro
Wir bitten um vorherige Anmeldung via E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Für alle, die nicht ins ocelot kommen können, wird die Veranstaltung live gestreamt auf instagram.com/ocelotberlin und ist dort als IGTV auch dauerhaft verfügbar.

Kanada ist 2020/21 Gastland der Frankfurter Buchmesse – und wie jedes Jahr präsentiert das ocelot zum Internationalen Übersetzertag eine profunde Kennerin der Gastlandliteratur. Die coronabedingte Aufteilung des Auftritts auf zwei Jahre ist Anlass, um auch die sprachliche Zweiteilung des Landes vorzustellen – den Anfang macht Québec, der französischsprachige Teil des Landes.

Sonja Finck, deren Übersetzungen von Annie Ernaux in den letzten Jahren Furore gemacht haben, lebt seit vielen Jahren in Kanada. In Lesung und Gespräch stellt sie die Literaturlandschaft und die sprachlichen Eigenheiten des Québécois sowie einige von ihr im Duo übersetzte AutorInnen vor. Von den "Stories aus Kitchike" des indigenen Autors Louis-Karl Picard-Sioui (zusammen mit Frank Heibert) über Sophie Bienvenus "Sam ist weg" und Jocelyne Sauciers Roman "Was dir bleibt" (beide zusammen mit Frank Weigand) stellt sich die Frage: Wie funktioniert "vierhändiges Übersetzen"? Wie kann man "aus zwei (drei?) Saiten eine Stimme" ziehen?

Sonja Finck (geb. in Moers) lebt Gatineau/Kanada und Berlin. Nach einer Artistenausbildung in Toulouse studierte sie Literaturübersetzen in Düsseldorf und Madrid. Sie übersetzt Romane und Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen. Für ihr Übertragungen der Werke von Annie Ernaux erhielt sie 2019 den Eugen-Helmlé-Preis.

Claudia Hamm ist Theaterregisseurin, Autorin und Übersetzerin. Für ihre Übertragungen (z.B. von Emmanuel Carrère, Mathias Énard, Édouard Levé, Joseph Andras, Nathalie Quintane) wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Sie inszeniert in Frankreich, Italien und im deutschsprachigen Raum, arbeitet als Dozentin in Wien und Berlin und schreibt Theatertexte und Essays.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung ocelot. not just another bookstore. Das Projekt ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Es wird unterstützt durch die Regierung von Kanada (Botschaft von Kanada) und die Vertretung der Regierung von Québec sowie den Deutschen Übersetzerfonds e.V.

Botschaft von KanadaRegierung von Québec

Kanada Gastland der Buchmesse

Berlin | 30. September 2020 | 20 Uhr
Schreibende Diebin, philosophierende Obdachlose und hellhörige Kinder
Wer sich auf dem Schreibtisch einer Übersetzerin trifft. Lesung und Gespräch mit der Übersetzerin Claudia Steinitz
Ort: Schloss Schönhausen, Tschaikowskistraße 1, 13156 Berlin
Eintritt: 12 / 10 Euro

Claudia Steinitz übersetzt seit 30 Jahren französischsprachige Literatur u.a. von Virginie Despentes, Yannick Haenel, Véronique Olmi, Albertine Sarrazin, Belinda Cannone, Lyonel Trouillot und aktuell Emma Becker. Unter anderem wurde sie mit folgenden Preisen ausgezeichnet: Hamburger Förderpreis 2014 und 2019, Literatur- und Übersetzungspreis der Stadt Stuttgart 2020, Jane-Scatcherd-Preis 2020

In Zusammenarbeit mit der der Buchhandlung Buchlokal, Ossietzkystraße, 13156 Berlin und dem Förderverein Buch - Förderverein für gedruckte Literatur e.V.

 

Berlin | 7. Februar 2020 | 20 Uhr
Das Café der Existenzialisten – von Freiheit und Sein des Übersetzens
Emre Gözgü und Rita Seuß über ihre Übersetzungen von Sarah Bakewells "At the Existentialist Café"
Ort: Buchhandlung BuchHafen, Berlin-Neukölln, Okerstraße 1
Eintritt frei

2015 nahm die Britin Sarah Bakewell eine kulturgeschichtliche Schlüsselszene zum Ausgangspunkt ihrer zum Bestseller avancierten Kollektivbiografie der existenzialistischen Philosophinnen und Philosophen des 20. Jahrhunderts: Raymond Aron, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre treffen sich Ende 1932 zu Aprikosencocktails in einem Pariser Café. Emre Gözgü, Übersetzer der türkischen Fassung ("Varoluşçular Kahvesi", Domingo Yayınevi 2017), und Rita Seuß, Übersetzerin der 2016 bei C. H. Beck erschienenen deutschen Ausgabe, stellen die Themen und sprachlichen Herausforderungen des "Cafés der Existenzialisten" vor. Eine Lesung und Diskussion auf Deutsch, Englisch und Türkisch über das Nachdenken und Schreiben über Philosophie und die Wege, auf denen der "Ekel", "Das andere Geschlecht" oder "Sein und Zeit" in andere Kultur- und Sprachsysteme und persönliche Biografien gelangen.

Emre Gözgü arbeitete als Projektmanager im Kultur- und Musikbereich in Istanbul und lebt heute in Berlin. Zu seinen jüngsten Übersetzungen aus dem Englischen gehören Walter Isaacsons Leonardo-da-Vinci-Biografie und die Fantasy-Jugendbuchreihe "Nevermoor" von Jessica Townsend.

Nadine Püschel arbeitet als Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen mit Schwerpunkten in den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur und Film.

Rita Seuß lebt in Berlin und übersetzt Sachbücher und Romane aus dem Englischen und Italienischen, u. a. John Berger, Clare Clark, Gore Vidal, Roberto Saviano und Andrea Camilleri.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung BuchHafen und mit freundlicher Unterstützung des C. H. Beck Verlags. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.

Berlin | 22. Januar 2020 | 19.30 Uhr
Unübersetzbares übersetzen
Podiumsgespräch zwischen Wolfgang Hottner, Esther von der Osten und Sima Reinisch
Ort: Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin
Eintritt frei

Der Untertitel von Barbara Cassins enzyklopädischem "Vocabulaire européen des philosophies" / "Europäisches Vokabular der Philosophien" (2004) lautet "Dictionnaire des intraduisibles" / "Wörterbuch der Unübersetzbarkeiten". Die Enzyklopädie verbindet Europa über seine Philosophien mit dem Unübersetzbaren. Arbeit an Europa heißt demnach Arbeit mit seiner Vielsprachigkeit und seinen Unübersetzbarkeiten. Aber wie ist mit dem Unübersetzbaren in der Philosophie und in der konkreten Praxis des Übersetzens umzugehen? Eine lange philosophische Tradition geht von der Vorstellung eines Universellen aus, das von der Verschiedenheit der Sprachen und von Sprache überhaupt unabhängig ist. Demnach wäre alles übersetzbar, eine Idee, die sich heute auch in dem Phänomen des Globish zeigt. Was kann eine Übersetzungskunst, die um die Unübersetzbarkeit von Wörtern, Wendungen und syntaktischen Fügungen weiß, dieser Tradition entgegensetzen? Nach Barbara Cassin beschreibt jede Sprache ihre eigene Welt, hat jedes Idiom eine eigene Art und Weise, die Dinge "sein" zu lassen. "Unübersetzbar ist vielmehr das, was man nicht aufhört, (nicht) zu übersetzen."

Dr. Wolfgang Hottner, Literaturwissenschaftler und Übersetzer aus dem Norwegischen. Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin.

Dr. Esther von der Osten, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin aus dem Französischen, u.a. Hélène Cixous, Jacques Derrida, Jean-Luc Nancy. Peter Szondi-Institut FU Berlin.

Sima Reinisch, Literaturwissenschaftlerin, promoviert zum Übersetzungsprojekt der UNESCO ab 1946. Peter Szondi-Institut FU Berlin, derzeit Volontärin am Goethe-Institut München.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e. V.


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