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Weltlesebhne


Berlin | 30. September 2017 | 15 – 18.30 Uhr
GLÄSERNEs ÜBERSETZEn
Ort: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Amerika-Gedenkbibliothek, Salon, Blücherplatz 1, 10961 Berlin
Eintritt frei

15 – 16.30 Uhr:
Sonja Finck – aus dem Französischen: "Mémoire de fille" von Annie Ernaux

 Annie Ernaux, geboren 1940, ist in Yvetot in der Normandie aufgewachsen, hat in Rouen und Bordeaux studiert und lebt in Cergy bei Paris. Sie unterrichtete lange als Lehrerin an verschiedenen Schulen und ist eine der bedeutendsten französischsprachigen Schriftstellerinnen unserer Zeit. Sie hat über zwanzig Bücher geschrieben, die von Kritik und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen wurden. Ihr literarisches Schaffen ist im Wesentlichen autobiographisch, sie bezeichnet sich als »Ethnologin ihrer selbst«. Für eines ihrer Hauptwerke, "Les années" (dt. Die Jahre, Suhrkamp September 2017), bekam sie 2008 den Prix Marguerite-Duras und den Prix François-Mauriac verliehen. 2016 wurde "Les années" in Italien mit dem Premio Strega in der Kategorie Europäische Literatur ausgezeichnet.

Sonja Finck, geboren 1978, lebt in Berlin und Gatineau (Kanada) und übersetzt Romane und Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen. Sie hat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf literarisches Übersetzen studiert und u.a. Annie Ernaux, Wajdi Mouawad, Léonora Miano, Kamel Daoud, Jocelyne Saucier, Ryad-Assani Razaki, John Boyne und Val McDermid ins Deutsche übertragen. Für ihre Übersetzung des Romans "Fever" von Leslie Kaplan bekam sie 2006 den André-Gide-Preis der DVA-Stiftung verliehen. In unregelmäßigen Abständen gibt sie Seminare im Studiengang Literaturübersetzen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

 

17 – 18.30 Uhr:
Gabriele Leupold – aus dem Russischen: "Kotlovan / Die Baugrube" von Andrej Platonow

 Andrej Platonow (1899-1951), Ingenieur, Publizist und Schriftsteller, ist der berühmteste Unbekannte der modernen russischen Literatur. Niemand hat den Geist der Epoche, die geprägt war vom Experiment der Erschaffung eines neuen Menschen, radikaler in Sprache verwandelt. Die russische Revolution, der Kampf um einen „neuen Himmel und eine neue Erde“, findet in seinem Werk einen unerhörten und tragischen Ausdruck. Seine Romane "Tschwengur" (1926) und "Die Baugrube" (1930) konnten nicht erscheinen. Erst in den 80er Jahren setzte seine Wiederentdeckung ein. "Nach Platonow gab es einen solchen Schriftsteller in der russischen Prosa nicht wieder." Joseph Brodsky

Gabriele Leupold, Übersetzerin aus dem Russischen (u. a. Michail Bachtin, Vladimir Sorokin, Michail Ryklin) und Veranstalterin von Workshops für ÜbersetzerInnen und Studierende. 2002 Celan Preis für die Übersetzung von Andrej Belyjs "Petersburg", 2012 Johann-Heinrich-Voß-Preis für Warlam Schalamow, "Erzählungen aus Kolyma". Mitherausgeberin der Bände "In Ketten tanzen. Übersetzen als reproduktive Kunst" (2008) und "Im Bergwerk der Sprache. Eine Geschichte des Deutschen in Episoden" (2012), Gründungsmitglied und seit einigen Jahren auch eine der Vorsitzenden des Weltlesebühne e. V.

In Zusammenarbeit mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin