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Weltlesebhne

Leipzig | 27. September 2017 | 16 – 22.30 Uhr
Lange Nacht der Literaturübersetzer
Ort: Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
Eintritt frei

16 – 17.30 Uhr
Kiss me in New York – Wie arbeitet eigentlich ein Übersetzer?
Kleiner Übersetzungsworkshop Englisch-Deutsch für Jugendliche ab 14 Jahren

Was tun wir eigentlich, wenn wir übersetzen? Eine kurze Einführung in die Praxis des Übersetzens mit Beispielen aus Catherine Riders "Kiss me in New York". Schauen wir uns gemeinsam an, wie der deutsche Text Gestalt annimmt! Mit Franka Reinhart.
Moderation: Roberta Gado.

Franka Reinhart hat Übersetzung (Englisch und Polnisch) an der Universität Leipzig studiert und ist seit 2002 als Literaturübersetzerin tätig. Sie besitzt langjährige Erfahrung in der Übersetzung von Jugendliteratur und Werken der Psychologie. Sie interessiert sich sehr für musikwissenschaftliche Texte. Seit 2014 organisiert sie den Stammtisch der Leipziger Literaturübersetzer und veranstaltet Lesungen zum Thema Literaturübersetzung. 2017 wurde ihre Übersetzung von Paul Theroux' "Tief im Süden" (zusammen mit Reiner Pfleiderer und Sigrid Schmid) für den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis eingereicht.

18 – 19.15 Uhr
Bunt Gemischt - Die große Übersetzerlesung der Leipziger
Mit Ralf Pannowitsch, Reinhild Böhnke, Regina Karachouli, Michael Schickenberg und Susanne Wallbaum

19.30 – 21 Uhr
Raymond Queneaus "Stilübungen"
Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel lesen und performen ihre Übersetzung der "Stilübungen" von Raymond Queneau

Die "Stilübungen", populärer Klassiker des französischen Autors Raymond Queneau, bestehen darin, eine banale Rempelei in einem vollen Pariser Bus in über hundert Varianten zu erzählen – ob als Komödie, Sonett, Haiku, Traum, Amtsschreiben oder Verhör, in Alexandrinern oder Jugendstil, ob kulinarisch, mengenmathematisch, lautmalerisch, weiblich oder reaktionär. Die Übersetzer spielen so präzise wie übermütig mit den Formen des Sprechens und Erzählens und feiern damit den großen Reichtum unserer Sprache. Dafür erhielten sie den Straelener Übersetzerpreis 2017.

Frank Heibert wurde 1960 in Essen geboren und lebt heute in Berlin. Seit 1983 übersetzt er Literatur aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen. Außerdem ist er als Projektleiter und Moderator von Literaturveranstaltungen tätig, hält Seminare zu Übersetzungsfragen und schreibt Literaturrezensionen. Im Jahr 2012 erhielt Heibert für seine Übersetzungen den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis, 2016 den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis und 2017 den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW, zusammen mit Hinrich Schmidt-Henkel, für ihre Neuübersetzung von Raymond Queneaus "Stilübungen" und zugleich für das übersetzerische Lebenswerk beider Übersetzer.

Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt seit 1987 Prosa, Theaterstücke und Lyrik aus dem Französischen, Norwegischen und Italienischen. Als besonders bedeutende Leistung wurde von der Kritik seine 2003 erschienene Neuübersetzung von Célines Roman "Reise ans Ende der Nacht" gewürdigt. Schmidt-Henkel war von September 2008 bis März 2017 im Ehrenamt Vorsitzender des VdÜ und ist Mitglied des Literarischen Colloquiums Berlin. 2004 erhielt er den Paul-Celan-Preis, 2007 den Deutschen Jugendliteraturpreis, 2015 den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis und 2017 den genannten Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.

... und zum Ausklang laden die Leipziger Übersetzer zur Übersetzerparty im Literaturcafé!

In Zusammenarbeit mit Die Fähre – Sächsischer Verein zur Förderung literarischer Übersetzung e. V. und dem Kuratorium Haus des Buches e. V. – Literaturhaus Leipzig

Leipzig | 25. März 2017 | 12 - 13 Uhr
Journalistisches Übersetzen
Mit Friederike Meltendorf (dekoder), Philipp Lemmerich (JournAfrica!)
Moderation: Olga Radetzkaja
Ort: Leipziger Buchmesse
Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C500

Im Auslandsjournalismus gibt es einen wachsenden Bedarf an journalistischen Übersetzungen, an Stimmen aus dem Land selbst. Das Onlineportal "dekoder" (Grimme Online Award 2016) will mit Übersetzungen von Texten aus unabhängigen russischen Medien und ihrer Verknüpfung mit wissenschaftlicher Russlandkompetenz hierzulande "Russland entschlüsseln". "JournAfrica!", das das erste deutschsprachige Nachrichtenportal für Journalismus aus Afrika, will in der direkten Zusammenarbeit mit afrikanischen Journalisten dem konventionellen Korrespondentenmodell etwas entgegensetzen, um die "Einbahnstraßen-Berichterstattung" über Afrika zu unterlaufen.

Olga Radetzkaja, Literaturübersetzerin und Redakteurin der Zeitschrift "Osteuropa", nimmt mit Friederike Meltendorf (dekoder) und Philipp Lemmerich (JournAfrica!) die Spezifika journalistischen Übersetzens in den Blick.

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.

Leipzig | 24. März 2017 | 13 - 14 Uhr
"Sauveur & Fils": Tobias Scheffel übersetzt live
Weltlesebühne im Leipziger Übersetzerzentrum
Ort: Leipziger Buchmesse
Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C500

Tobias Scheffel übersetzt live aus dem Französischen "Sauveur & fils", ein Jugendbuch von Marie-Aude Murail. Es geht darin um die täglichen Dramen eines Jugendpsychologen, der vor lauter fremden Problemen den eigenen Sohn vernachlässigt. Witzig, sarkastisch, herzlich – und übersetzerisch ab dem ersten Wort des Titels eine Herausforderung: "Sauveur" ist im Französischen ein Vorname – aber heißt eben auch: "der Erlöser" (ein recht ambitionierter Vorname für einen Therapeuten). Es werden noch Lösungen gesucht!

Marie-Aude Murail, französische Kinder- und Jugendbuchautorin die in Frankreich zu den beliebtesten zeitgenössischen Autorinnen gehört, beeindruckt durch die Fülle ihrer Themen, vor allem aber durch die Art der Darstellung: Ihre Stärke liegt in der Verarbeitung heikler Themen – mit Witz (und Sprachwitz), der aber nie zu Lasten ihrer oft mit schwierigen Situationen kämpfenden Figuren geht. Deutscher Jugendliteraturpreis für "Simpel".

Tobias Scheffel, geboren 1964, stammt aus Frankfurt am Main, hat Romanistik und Geschichte studiert und lebt in Freiburg im Breisgau. Seit 1992 übersetzt er französischsprachige Literatur für Erwachsene und Kinder – unter anderem Werke von Robert Bober, Georges Perec, Fred Vargas, Marie-Aude Murail und Timothee de Fombelle (dessen Bücher zusammen mit Sabine Grebing).

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.