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Weltlesebhne

Leipzig | 17. März 2016 | 19 Uhr
Im Rahmen von "Leipzig liest"
Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong

Der chinesische Bestsellerautor Mai Jia trifft auf seine deutsche Übersetzerin Karin Betz
Moderation und Dolmetschen: Dr. Jing Bartz

Ort: Konfuzius-Institut Leipzig | Otto-Schill-Str. 1 | 04109 Leipzig

Mai Jia, der in China bereits 5 Millionen Bücher verkauft hat, wird von der westlichen Presse als chinesischer Dan Brown gefeiert. In seinem Roman "Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong" geht es um die tragische Biografie eines Mathematik-Genies und Kryptografen des chinesischen Geheimdienstes. Oder um Mai Jia selbst? Das würde einen nicht wundern, denn der Autor war selbst 17 Jahre Geheimdienstmitarbeiter in der chinesischen Armee, bevor er sich der Schriftstellerei verschrieb. Freuen Sie sich im Rahmen von "Leipzig liest" 2016 (http://www.leipziger-buchmesse.de/ll) auf einen besonderen Literaturabend mit einem Autor, der den Blick in die Seelen seiner Protagonisten wagt – "und denen folgt man, auch ohne Walther PKK in der Hand und Bondgirl auf dem Schoß, mit größter Spannung" (ORF). Im Gespräch mit seiner deutschen Übersetzerin wird aufgedeckt, wie man die Codes der chinesischen Sprache knackt.

Zu den Teilnehmern:

Mai Jia wurde 1964 unter dem Namen Jiang Benhu in Fuyang, Zhejiang-Provinz geboren. Bisher hat er sieben Bücher veröffentlicht, alle sind Bestseller und wurden verfilmt. Heute ist er einer der erfolgreichsten Autoren Chinas. Zwar gilt er als Begründer der chinesischen Spionageliteratur, doch hat er einen ganz eigenen Stil entwickelt. Beeinflusst von Borges und Nabokov, vermischt er auf einzigartige Weise Entschlüsselungskunst, Politverbrechen, historisches Setting und menschliches Drama.

Karin Betz ist Sinologin und hat einen Teil ihres Studiums in Sichuan absolviert. Sie übersetzt hauptsächlich aus dem Chinesischen, u.a. Werke von Liao Yiwu, Yang Lian und Literaturnobelpreisträger Mo Yan. Wenn sie nicht auf Reisen ist, lebt sie in Frankfurt am Main.

Dr. Jing Bartz ist Kulturmanagerin und China-Expertin und lebt in Hamburg.

Eine Veranstaltung des Konfuzius-Instituts Leipzig in Kooperation mit der Weltlesebühne. Mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.

Leipzig | 18. März 2016 | 13 - 14 Uhr
Fremd - eigen - Anders
Aus dem Erfahrungsschatz der Berliner Jungen Weltlesebühne
Mit Leila Chammaa und Kathrin Janka
Moderation: Gabriele Leupold

Ort: Leipziger Buchmesse
Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand E500

Seit 2012 lesen wir, eine Gruppe von Übersetzerinnen der Weltlesebühne, an Berliner Schulen aus unseren Kinder- und Jugendbuchübersetzungen. Die Texte sind so unterschiedlich und vielseitig wie das Leben. So unterschiedlich wie die Sprachen und Literaturen, die wir repräsentieren. Im Dialog mit unserem jungen Publikum gehen wir einzelnen Wörtern und Sätzen genauso nach wie dem Thema und Stil der vorgelesenen Texte. Vor allem aber steht das Übersetzen im Mittelpunkt. Immer wieder beeindruckt uns, über welche sprachlichen Kompetenzen und übersetzerischen Erfahrungen die Kinder verfügen. Jede Lesung ist ein Abenteuer, das viele spannende Entdeckungen birgt und kostbare Sprachschätze zu Tage fördert.
Auf der Leipziger Buchmesse präsentieren zwei Übersetzerinnen aus sog. kleinen Sprachen – dem Arabischen und Tschechischen – auf spielerische Art ihre Arbeitsweise und Erfahrungen.

Zu den Teilnehmerinnen:

Leila Chammaa übersetzt seit 1990 arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren auch mit Begeisterung Lyrik. Zudem ist sie als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Institutionen und Festivals im Bereich arabischer Literatur tätig.

Kathrin Janka übersetzt Literatur (Prosa, Drama, Lyrik), wissenschaftliche und publizistische Texte, Filme und lebensgeschichtliche Interviews mit NS-Zeitzeugen vorwiegend aus dem Tschechischen. Außerdem ist sie als freie Lektorin tätig und engagiert sich in der internationalen Projektarbeit.

Gabriele Leupold übersetzt Literatur aus dem Russischen und Polnischen. Zu ihren Autoren zählen Andrej Belyj, Warlam Schalamow, Andrej Platonov u.v.a. Sie gibt Bücher zum Übersetzen heraus, ist Gründungsmitglied und seit einigen Jahren auch eine der Vorsitzenden des Weltlesebühne e. V.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne, gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.

Leipzig | 20. März 2016 | 14 - 15 Uhr
Gläserner Übersetzer
Christel Hildebrandt übersetzt live aus dem Norwegischen: "Hellemyrsfolket" von Amalie Skram

Ort: Leipziger Buchmesse
Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand E500

Amalie Skram (1846 – 1905) wurde in Bergen, Norwegen geboren. Ihre Eltern besaßen einen kleinen Laden, der in Konkurs ging, als Amalie 17 Jahre alt war. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, setzte sich ihr Vater in die USA ab, mit dem Versprechen, die Familie nachzuholen. Aber daraus wurde nichts, die Mutter musste die fünf Kinder selbst versorgen. Amalie heiratet deshalb den deutlich älteren Kapitän Müller und fährt mit ihm zur See. Nach 13 Jahren Ehe, aus der zwei Söhne stammen, reicht sie die Scheidung ein und geht nach Oslo, um als Schriftstellerin und Kritikerin zu arbeiten. 1884 heiratet die inzwischen in Kopenhagen lebende Amalie den dänischen Schriftsteller Erik Skram, mit dem sie eine Tochter bekommt. Zwar erhält sie in Dänemark mehr Anerkennung für ihre Arbeit als in Norwegen, erleidet aber unter dem Druck, als Ehefrau, Mutter und Schriftstellerin akzeptiert zu werden und ihren eigenen Ansprüchen zu genügen, einen Nervenzusammenbruch, der zu einem freiwilligen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik führt. Und auch die Ehe hält diesem Druck nicht stand, wird 1899 geschieden.

Amalie Skram gilt heute als die wichtigste Vertreterin des Naturalismus ihrer Zeit in Skandinavien. All ihren Werken liegen eigene Erfahrungen zu Grunde: In den "Frauenromanen" beschreibt sie das Aufbegehren der Frau gegen die Herrschaft des Mannes, sowohl ökonomisch als auch sexuell; in ihrem Hauptwerk "Hellemyrsfolket" (Die Leute vom Teufelsmoor) schildert sie über mehrere Generationen hinweg den vergeblichen Kampf einer Familie, aus ärmlichsten Verhältnissen aufzusteigen; in ihren "Psychiatrieromanen" schließlich geht es um ihren Aufenthalt in der Anstalt in Dänemark und die Allmacht des leitenden Professors.
Zum Zeitpunkt des Erscheinens haben ihre Werke weit über die Kreise der Frauenbewegung hinaus für heftige Diskussionen gesorgt. Teilweise sind sie bereits damals auch in deutscher Übersetzung erschienen, im deutschsprachigen Raum später aber mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Ihre "Psychiatrieromane" "Professor Hieronimus" und "Paa St. Jørgen" erscheinen in diesem Frühjahr in Christel Hildebrandts neuer Übersetzung im Guggolz Verlag.

Christel Hildebrandt, geb. 1952, studierte Germanistik und Soziologie und promovierte mit einer Arbeit über Frauenliteratur in der DDR in deutscher Literaturwissenschaft. Seit 1988 übersetzt sie aus dem Norwegischen, Dänischen, Schwedischen und Färöischen (u. a. Lars Saabye Christensen, Håkan Nesser, Henrik Ibsen, August Strindberg, Dan Turell und Maria Parr). Daneben hat sie, meist gemeinsam mit Gabriele Haefs und Dagmar Mißfeldt, mehrere nordische Anthologien herausgegeben. Sie lebt in Hamburg. Als "gläserne Übersetzerin" wird sie live aus Amalie Skrams mehrbändigem Werk "Hellemyrsfolket" übersetzen. Die verschiedenen Dialekte und Soziolekte, die bei den einzelnen Personen und in den unterschiedlichen Zeiten Verwendung finden, stellen eine besondere Herausforderung dar.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne in Zusammenarbeit mit dem Übersetzerzentrum der Leipziger Buchmesse. Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.

Leipzig | 30. September 2016 | 16 – 17.30 Uhr
Der "Harry Potter"-Übersetzer Klaus Fritz gibt Auskunft ...
und eine kurze Einführung in die Praxis des Übersetzens mit Beispielen aus "Harry Potter" von Joanne K. Rowling
Ort: Kinder- und JugendKulturWerkstatt JoJo, Riebeckstraße 51a, Hofeingang - 3. OG, 04317 Leipzig
Eintritt frei

Geeignet für Schüler ab der 9. Klasse
Moderation: Roberta Gado

Was tun wir eigentlich, wenn wir übersetzen? Eine kurze Einführung in die Praxis des Übersetzens mit Beispielen aus Harry Potter. Für alle „Harry Potter“- Fans ein absolutes Muss!

In Zusammenarbeit mit der Kinder- und JugendKulturWerkstatt Jojo der Stadt Leipzig

 

Leipzig | 30. September 2016 | 18.30 – 20 Uhr
Tetris mit festen Sprachbausteinen
Die unkonventionelle Übersetzung von Randall Munroes "Dinge-Erklärer"
Ort: Bibliotheca Albertina, Fürstenzimmer, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig
Eintritt frei

Ralf Pannowitsch und Benjamin Schilling – aus dem Englischen: "Thing-Explainer" von Randall Munroe
Moderation: Roberta Gado

Der US-amerikanische Autor Randall Munroe, geboren 1984, Physiker und ehemaliger Roboteringenieur der NASA, widmet sich gern den komplexen Fragen des Lebens und des Universums. Sein Webcomic "xkcd" machte ihn weltbekannt, sein erstes Buch "What if?" erschien 2014 und wurde in vielen Ländern zum Bestseller. Der Nachfolger "Thing Explainer. Complicated Stuff in Simple Words" wurde noch während des Entstehungsprozesses parallel in mehrere Sprachen übersetzt. Die deutsche Version stammt vom Leipziger Übersetzerduo Ralf Pannowitsch und Benjamin Schilling und erschien Ende 2015 im Münchner Knaus-Verlag. Für die Weltlesebühne stellen sie ihre Übersetzung des unkonventionellen Sachbuch-Comics vor. Immerhin war der Autor mit dem Anspruch angetreten, so komplizierte "Dinge" wie das Sonnensystem, den Teilchenbeschleuniger am CERN oder ein Smartphone für jeden verständlich zu erklären. Erlaubt waren aber nur die 1000 häufigsten Wörtern des Englischen, und natürlich galt diese Einschränkung auch für jede andere Sprache! Im Gespräch erläutern die beiden Übersetzer, ob und wie es möglich war, mit derart begrenzten sprachlichen Mitteln maximales Verständnis zu erzeugen, ohne dabei vollkommen absurd zu klingen. Anhand ausgewählter Beispiele gewähren sie Einblick in ihr Vorgehen, skizzieren Umwege und Tricks auf der Suche nach semantischer Genauigkeit trotz Begriffsarmut und laden das Publikum dazu ein, die Welt selbst einmal mit nur 1000 Wörtern zu erklären.

... und zum Ausklang laden die Leipziger Übersetzer Lisa Kögeböhn, Franka Reinhart, Markus Sahr und Thomas Weiler das Publikum ein zu einer lockeren Lesung im Antiquariat Artemis (Ferdinand-Jost-Straße 20, 20:30 Uhr)!

In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Leipzig