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Weltlesebhne

Berlin | 13. September 2015 | 11 Uhr, 12.30 Uhr, 15 Uhr und 20 Uhr
Thementag "Die Kunst des literarischen Übersetzens"
Die Weltlesebühne auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin
Ort: Haus der Berliner Festspiele. Oberes Foyer
Eintritt:  € 8  | ermäßigt € 6 | Schüler € 4

Literarisches Übersetzen ist zunächst immer ein Brückenschlag zwischen fremd und vertraut, zwischen zwei Kulturen, die das menschliche Zusammenleben anders gestalten, die anders ticken. Und es gilt, den charakteristischen Ton des jeweiligen Originals in der Zielsprache zu treffen, zur neuen Stimme des Autors zu werden. Dazu muss die Sprache des Übersetzers gewandt, vielseitig und reichhaltig sein; vor allem aber muss er sich mit seiner Interpretation einbringen, wie ein Schauspieler oder Musiker, der mit seinen Mitteln umsetzt, was ein anderer vorgegeben hat. Auch wenn man als Leser lieber auf den Autor schaut – Übersetzer sind als Sprachkünstler zu sehen, als Künstler in unserer Sprache. Um diese Sichtbarkeit geht es am Thementag „Die Kunst des literarischen Übersetzens“.

Haus der Berliner Festspiele | Oberes Foyer | 11.00
Festvortrag: Der unsichtbare Dritte
Frank Heibert

Die Liebe zum Lesen und zur Literatur begleitet uns ein Leben lang, wir Leser sind mit unseren Lieblingsautoren vertraut, und sie öffnen uns das Tor zur Welt. Aber wer sind eigentlich die Heinzelmännchen zwischen den Zeilen, die Übersetzer, die wir gar nicht kennen, und was machen die genau?

Haus der Berliner Festspiele| Oberes Foyer| 12.30
Podiumsdiskussion: Die Fremde im Spiegel
Mit Samar Yazbek (Autorin), Larissa Bender (Übersetzerin), Lucien Leitess (Verleger Unionsverlag)
Moderation: Leila Chammaa
Dolmetscher Arabisch-Deutsch: Günther Orth

Die nicht nur literarisch relevanten Unterschiede zwischen der arabischen und der westlichen Welt in Kultur, Denk- und Lebensweisen und Bräuchen, zu denen auch die gelebte Religion gehört, sind vielschichtig und brisant. Umso mehr Hintergrundwissen und Fingerspitzengefühl braucht es bei der Annäherung und beim Versuch, das Gegenüber zu verstehen und die Eigenheiten der fremden Kultur in unsere hineinwirken zu lassen. Wir müssen also in vielerlei Hinsicht Übertragungen finden. Aber wie überträgt man das kulturell Typische, was lässt sich erreichen, wo wird es heikel?

Haus der Berliner Festspiele | Oberes Foyer| 15.00
Übersetzerporträt Susanne Lange
Moderation: Albrecht Buschmann

Die große Spanischübersetzerin wird mit ihrem Lebenswerk präsentiert, aus dem vor allem die viel gerühmte Neuübersetzung des Don Quijote (2008) von Miguel de Cervantes, des „polyfonen Romans schlechthin“, herausragt. Lesung und Gespräch.

Haus der Berliner Festspiele| Oberes Foyer| 20.00
Übersetzerwettstreit: Fame requires every kind of excess
Mit Eva Bonné (D) und Friedhelm Rathjen
Moderation: Thomas Brovot

Zwei „sportliche“, eloquente Übersetzer treten mit ihren Übertragungen eines Ausschnitts aus einem bisher noch nicht ins Deutsche übersetzten Frühwerk von Don DeLillo (USA) an. In Lesung und Gespräch werden die deutschen Texte und die Originalpassage (per Beamer projiziert) verglichen und diskutiert. Es geht nicht um „richtig oder falsch“, um „besser oder schlechter“, sondern um „anders“, um Reiz und Risiko eigener literarischer Stimmen in der Übersetzung.

Konzept/Organisation: Frank Heibert, Patricia Klobusiczky (Weltlesebühne e.V.)


Berlin | 30. September 2015 | 16.30 – 20 Uhr
GLÄSERNER ÜBERSETZER

16.30 – 18 Uhr:
Stefanie Gerhold – aus dem Spanischen:
»Una suerte pequeña« von Claudia Piñeiro

Was ist Glück? Und wie hält man es fest? Wann ist man glücklich? Diesen Fragen spürt María Elena Pujol, die auch Mary Lohan heißt, je nachdem, in welcher Phase ihres leidgeprüften Lebens sie sich befindet, nach.

Stefanie Gerhold ist freiberufliche Übersetzerin und Autorin. Sie hat eine Vielzahl literarischer Texte spanischer und lateinamerikanischer Autoren übersetzt, darunter Max Aub und Elsa Osorio. 1997 und 2003 erhielt sie den Übersetzerpreis der Spanischen Botschaft.

18.30 – 20 Uhr:
Lisa Palmes – aus dem Polnischen: »Małe lisy« von Justyna Bargielska

»Małe lisy« ist eine Erzählung über zwei moderne junge Frauen, Aga und Magda, die eine Single mit zwei Halbzeit-Jobs, die andere Ehefrau, Mutter und abends Journalistin. Der Schreibstil der Autorin liegt auf der Grenze zwischen Prosa und Lyrik. Ihre Texte sind äußerst assoziativ, phantasievoll, wirken sehr lapidar, sind aber in Wirklichkeit genauestens durchdacht und voller ungeahnter Wendungen. Wie lässt sich so etwas übersetzen? Welche Herausforderungen gilt es dabei zu meistern?

Lisa Palmes ist Polonistin und Germanistin und hat zahlreiche Werke aus dem Polnischen übersetzt, u.a. von Mariusz Czubaj und Lidia Ostałowska.

In Zusammenarbeit mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Ort: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Amerika-Gedenk-Bibliothek, Salon, Blücherplatz 1, 10961 Berlin
Eintritt frei

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